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April 2020                                                                                                    

Der Freiburger Ringer Kevin Spiegel kämpft gegen den Bruder im Garten – ohne Matte

 

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie schränkt den Alltag in Südbaden stark ein. Auch Sportler müssen ihr Leben neu ausrichten. Georg Gulde hat den in Kappel-Grafenhausen im Ortenaukreis wohnenden und für den Bundesligisten RKG Freiburg kämpfenden Ringer Kevin Spiegel zur Mittagszeit telefonisch zu seiner aktuellen Lebenswirklichkeit befragt. Der 19-Jährige ist Schüler der Max-Weber-Schule in Freiburg, von Herbst an will er sich zum Polizisten ausbilden lassen.

Was gibt’s zu Mittag? Ganz einfach heute – Spaghetti Bolognese.

Wovon horten Sie in diesen Zeiten mehr als sonst daheim? Von gar nichts – nicht mal Spaghetti Bolognese...

Meine Arbeit erledige ich derzeit ... gar nicht. Noch habe ich Ferien. Voraussichtlich im Mai stehen dann aber die Abschlussprüfungen am kaufmännischen Berufskolleg an.

Als Ringer alleine zu üben... bedeutetet für mich Grundlagentraining, also Kraft und Ausdauer. Mein Bruder ringt ja auch. Manchmal kämpfen wir ein wenig im Garten, aber ohne Ringermatte ist das halt auch nicht der Hit.



Ist Joggen Ihr neuer Lieblingssport oder eine Last? Joggen ist für mich auf alle Fälle eine Last. Ich bin kein guter Läufer. Sechs Minuten, so lange wie ein Ringkampf, das geht ja noch. Aber eine halbe Stunde oder noch länger rennen? Das schaffe ich kaum. Fahrradfahren ist viel besser für mich.

Dennoch gelten Sie in der Freistil-Klasse bis 75 Kilo als konditionsstark. Warum? Weil ich täglich was fürs Ringen mache, aber eben selten joggen.

Mein (Home-) Trainingsprogramm des Tages: Nach einer Bänderverletzung in der Schulter, die ich mir im Dezember zugezogen hatte, musste ich lange pausieren. Erst seit eineinhalb Wochen kann ich wieder voll üben. Der Bundestrainer hat mir ein Programm zusammengestellt. Das spule ich ab. Ausdauer mache ich für mich allein, Krafttraining bei einem Freund.

Mein tägliches Highlight: Mit Kumpels chatten.

Ein Tipp gegen Lagerkoller: Soziale Medien nutzen.

Wem aus Ihrer Familie fällt es am schwersten, die Beschränkungen einzuhalten, ihrem jüngeren Bruder, ihrer Schwester oder Ihrer Mutter? Meinem Bruder. Er will lieber Freunde direkt treffen als sich mit ihnen über die sozialen Medien unterhalten.

Wer geht Ihnen daheim am meisten auf die Nerven – und warum? Das wechselt von Tag zu Tag. Und ich könnte auch nicht behaupten, dass ich den anderen nicht auch auf die Nerven gehe.

No-Go im Haus: Viele Leute treffen.

Endlich habe ich Zeit ... zum Lesen, Kurzgeschichten und Bücher. Zurzeit lese ich "Die Würde des Menschen ist antastbar" von Ferdinand von Schirach.

Was mir derzeit am meisten fehlt, ... ist natürlich das Training auf der Ringermatte.

Wenn die Corona-Krise vorbei ist, freue ich mich aus privater und sportlicher Sicht auf... das Treffen mit meinen Freunden. Da die Wettkämpfe im Ringen, in dem ja Körperkontakt Pflicht ist, bis in den Herbst hinein abgesagt sind, kann ich mich nicht auf Einzelmeisterschaften freuen. Dann freue ich mich eben auf die Mannschaftsrunde, die im Oktober beginnen soll.

Die behördlichen Maßnahmen zur Ausgangsbeschränkung... finde ich ganz gut und sinnvoll.

Großen Respekt verdient in diesen Tagen... jeder, der arbeiten geht, und jeder, der sich verantwortungsvoll verhält.

 

Quelle: Badische-Zeitung                                                                                                                                                                             17.04.2020