Sponsoren

KLICK zur Mediathek

Juli 2020                                                                                                     

Herzogenhorn statt Tokio: Deutsche Olympia-Ringer auf Quarantäne-Lehrgang im Schwarzwald

 

Am Freitag hätten die Olympischen Spiele 2020 eröffnet werden sollen. Im Leistungszentrum Herzogenhorn nehmen die deutschen Ringer einen zweiten Anlauf für Olympia – bei einem Quarantäne-Lehrgang. 

Mit dabei zwei unserer RKG Athletinnen.


Anstatt in Tokio um Medaillen zu kämpfen, was nun erst 2021 geschehen soll, sind die deutschen Athleten schon froh, dass nach der zwischenzeitlichen Sportpause nun wieder Lehrgänge stattfinden. Im Leistungszentrum Herzogenhorn nehmen die deutschen Ringer einen zweiten Anlauf für Olympia – bei einem Quarantäne-Lehrgang, bei dem zuvor alle Teilnehmer auf Covid-19 getestet wurden.
Der Weg zum Ziel ist ziemlich holprig. Er führt über ein kürzlich notdürftig mit Teer geflicktes Sträßchen, das keinen Gegenverkehr zulässt, und umsäumt ist von mächtigen Fichten. Wer hier zum ersten Mal ankommt – und das noch in der Dunkelheit oder schlechtem Wetter –, der fragt sich unwillkürlich: Wo bin ich denn hier gelandet?

Einigen Sportlerinnen aus Nordrhein-Westfalen ist es vor einigen Tagen so ergangen, als sie mit dem Neunsitzer-Kleinbus des AC Ückerath den letzten der 447 Kilometer zurückgelegt haben – zum ersten Lehrgang des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) nach dem Corona-Lockdown. Ein Lehrgang in der Abgeschiedenheit des Leistungszentrums Herzogenhorn im Naturschutzgebiet Feldberg.

Trainieren, wo schon Brasiliens Kicker trainiert haben
Am nächsten Morgen, so wird erzählt, sah die Welt für die Sportlerinnen aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland wieder besser und fröhlicher aus. Viel besser und viel fröhlicher. Denn aus dem dunklen Tann war über Nacht und mit Erscheinen der ersten Sonnenstrahlen ein kleines Paradies geworden. Eine Landschaft zum Verlieben; eine spärliche, aber bunte Vegetation in rund 1300 Metern Höhe; ein Rasenplatz, auf dem schon die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 1974 geübt hat; ein Trainingsraum, in dem drei Ringermatten Platz finden; Kraftraum, Schwimmbad, Sauna, Einzel- und Doppelzimmer; ein Gasthaus-Betrieb mit abwechslungsreichen und sportlergerechten Speisen; und natürlich eine Ruhe, in der schon die Kraft lag für spätere Olympiasiege (Gewichtheber Matthias Steiner 2008 in Peking) und Weltmeistertitel (Hammerwerfer Karsten Kobs 1999 in Sevilla).

Mag sein, dass das 1957 erbaute und zehn Jahre später als Bundesleistungszentrum geführte "Horn", das inzwischen nur noch das Prädikat Leistungszentrum besitzt und das 2007 vom Skiverband Schwarzwald an den Olympiastützpunkt (OSP) Freiburg-Schwarzwald abgegeben wurde, nicht mehr in allen Punkten modern erscheint. Mag sein, dass man manchmal für den Handy-Empfang ein paar Meter den Berg hinauflaufen muss. Aber es gibt ja funktionierenden WLAN – und damit ist der Kontakt der Sportler zur Außenwelt über die sozialen Medien gewährleistet. Was wichtig ist in der heutigen Zeit – besonders an einem Ort, an dem die Zeit manchmal still zu stehen scheint.

Brettspiele statt Handys – zumindest manchmal
Aber die Ringerinnen legen ihre elektronischen Geräte auch mal zur Seite. "Sie packen Brettspiele aus und beschenken Teamkolleginnen mit Kuchen, wenn diese Geburtstag haben", hat OSP-Leiter Hans-Ulrich Wiedmann festgestellt. Patrick Loes, inzwischen in Freiburg lebender und fürs Frauenringen zuständiger Bundestrainer, zieht ein positives Fazit: "Wir werden auf alle Fälle wieder kommen." Zumal der Weg für viele seiner Sportlerinnen nicht weit ist, denn mehr als die Hälfte des Frauen-Nationalteams übt in Nicht-Lehrgang-Zeiten am Stützpunkt im Breisgau. Auch Gundolf Fleischer, Präsident des Badischen Sportbundes Freiburg, ist froh: "Ich freue mich, dass unser Bestreben erfolgreich war, trotz der Corona-Krise die Bedingungen für Quarantäne-Lehrgänge zu schaffen".

Unmittelbar nach den 24 Frauen und ihrem Trainerteam reisen nämlich an diesem Mittwoch die Freistil-Männer und Junioren mit Coach Jürgen Scheibe an. Vom 3. August an sind dann die Spezialisten im griechisch-römischen Stil mit Bundestrainer Michael Carl sowie dem dreimaligen Weltmeister Frank Stäbler zu Gast und bilden den Abschluss der DRB-Lehrgänge am Herzogenhorn. Danach soll aber auch noch der südbadische Nachwuchskader auf dem "Horn" in rund 1300 Metern Höhe einen Lehrgang absolvieren.

Die Vorbereitung war aufwändiger als zu normalen Zeiten, auch die drei Ringermatten mussten erst bei einem Hersteller geordert werden. Kernpunkte des DRB-Lehrgangkonzepts waren aber die vor der Anreise an den jeweiligen Heimatstützpunkten vorgenommenen und ausgewerteten Corona-Tests der Athleten, Trainer und Physiotherapeuten. Unmittelbar nach den Tests begeben sich die Athleten in häusliche Quarantäne. Da auch die dem Leistungszentrum angeschlossene Gaststätte während der DRB-Lehrgänge für Touristen, Wanderer und Mountainbiker meist geschlossen ist, kommen die Sportler – außer mit dem Personal – nicht mit anderen Menschen in Kontakt, womit die Ansteckungsgefahr gegen Null tendieren dürfte.

Wichtig auch für das Leistungszentrum
Indes ist nicht nur für die Athleten die Rückkehr zu Lehrgängen wichtig – auch für das Leistungszentrum Herzogenhorn selbst. Nach mehrwöchiger Schließung durch die Corona-Pandemie rechnet Hans-Ulrich Wiedmann für 2020 mit einem Rückgang der Übernachtungszahlen um ein Drittel – 8400 im Vergleich zu 12 800 in den Jahren 2018 und 2019. "Das wird uns hart treffen", sagt Wiedmann, "zumal wir dieses und nächstes Jahr aufgrund der Corona-Verordnungen keine Schulklassen als Gäste haben werden." Die Hoffnung auf eine gute Auslastung des "Horns" gibt er aber nicht auf: "Vielleicht kommen ja Sportler zu uns, die es in normalen Zeiten ins Ausland zieht."

 

Quelle:Badische-Zeitung                                                                                                                                                                              24.07.2020

Nick Matuhin verlässt Adelhausen und kommt wohl zur RKG Freiburg

 

Der siebenmalige deutsche Schwergewichtsmeister Nick Matuhin rang bisher beim TuS Adelhausen – nun steht der Wechsel zur RKG Freiburg an.

 

 

Ringer-Bundesligist RKG Freiburg wird für die kommende Saison wohl einen namhaften deutschen Athleten verpflichten: Nick Matuhin, der bisher für den südbadischen Konkurrenten TuS Adelhausen auf die Matte ging, will sich den Breisgauern anschließen. "Es wurden schon Gespräche geführt. Die offizielle Bestätigung in Form der Unterschrift steht aber noch aus", sagte RKG-Trainer Luigi Tascillo. Auch Adelhausen bestätigte den Wechselwunsch des 30-Jährigen, der im Schwergewicht ringt, also der Klasse bis 125 Kilo. "Grundsätzlich haben wir unsere Ringer momentan ja freigestellt", sagt Nicole Oswald aus der sportlichen Leitung des TuS – und ergänzt: "Nick hat uns angesprochen – und wir haben gesagt, dass das in Ordnung ist".

Mehrere Gründe waren ausschlaggebend für die Entscheidung des Olympia-Starters von 2012 und siebenmaligen deutschen Männer-Einzelmeisters, der drei seiner Titelgewinne in Freiburg feierte (2009, 2014, 2016): So hat der TuS Adelhausen bekanntgegeben, wegen der Corona-Krise in der Mannschaftsrunde 2020 nicht zu kämpfen. Noch bis Ende des laufenden Monats haben die 26 Erstligisten Zeit, sich zu erklären, ob sie in diesem Jahr an der Teamsaison teilnehmen wollen oder wegen der Pandemie pausieren. Der TuS Adelhausen hat sich bereits vergangene Woche gegen eine Teilnahme ausgesprochen, die anderen Südbaden-Klubs (Freiburg und Urloffen) sind dabei. "Für einen Kaderathleten wie Nick Matuhin ist es sicher von Vorteil, nicht ganz aus dem Wettkampfgeschehen raus zu sein", so RKG-Coach Tascillo. Doch auch private und berufliche Gründe sprechen bei Matuhin für einen Wechsel nach Freiburg. In diesen Wochen bezieht er mit seiner Freundin eine gemeinsame Wohnung. Zudem war die Stellensuche als Feuerwehrmann in Freiburg erfolgreich.

Vom Junioren-EM-Silber bis zu den Olympischen Spielen
Nick Matuhin, der in Moskau geboren wurde, kam mit seinen Eltern Anfang der 2000er Jahre nach Deutschland und wurde dort eingebürgert. Er begann in Luckenwalde mit dem Ringen, seine größten Erfolge waren der Olympia-Start in London 2012 (Rang 17), fünfte Ränge bei Europameisterschaften und die Silbermedaille bei der Junioren-EM 2007.

Der für einen Ringer außergewöhnlich große Matuhin (1,98 Meter) kommt allein schon wegen seiner Länge dem 125-Kilo-Limit sehr nahe, so dass er – wenn der Wechsel unter Dach und Fach ist –, von der RKG in der Bundesligasaison (vom 3. Oktober an) wohl nur in seiner Paradedisziplin, dem Freistil, und damit lediglich in der Rückrunde eingesetzt würde. "Mit Nick wären wir in den oberen Freistil-Gewichtsklassen sehr gut aufgestellt, denn wir haben auch noch den EM-Fünften Lars Schäfle in der 86-Kilo-Klasse und den Letten Armands Zvirbulis für das Limit bis 98 Kilo", sagt RKG-Coach Tascillo.

Auch in der Landesliga wird nun gerungen


Nicht nur für die Bundesliga laufen trotz Corona-Krise die Vorbereitungen für die Teamsaison 2020. Auch in den anderen Ligen soll gekämpft werden – zumindest in Südbaden. Neben der Oberliga steht nun auch in der Landesliga fest, dass gerungen wird – nachdem sich der elsässischen Verein aus Gries und 1885 Freiburg dafür ausgesprochen haben. Nun steht nur noch in der Verbandsliga die Entscheidung aus.
 

Quelle: Badische Zeitung

Foto: Kadir Caliskan

 

20.07.2020

 

Im Gerangel

 

Die Ringer-Clubs in Südbaden stehen vor einem Jahr der Ungewissheit.

 

 

Näher als beim Ringen kommt man sich in kaum einem anderen Sport. Die Bundesligaringer aus Südbaden stehen deshalb vor einem Jahr der Ungewissheit. Topteam TuS Adelhausen verzichtet komplett auf die Saison, die RKG Freiburg will starten. Doch viele Fragen sind unbeantwortet.

So richtig gezögert hat bei der RKG Freiburg keiner. "Die Jungs wollen schließlich nicht nur trainieren, sondern sich auch im Wettkampf messen", sagt Luigi Tascillo, Trainer der Bundesligaringer der RKG Freiburg.

58 Lenze zählt der Cheftrainer mittlerweile. In der 82-Kilo-Klasse sicherte sich der einstige Spitzenathlet gleich dreimal den italienischen Meistertitel. In den 1990er Jahren lief er lange für Zweitligist Kollnau-Gutach auf. Seit sieben Jahren trainiert er die Freiburger Griffspezialisten.

Er hat also viel gesehen in seiner illustren Karriere. Doch auch für ihn sind die derzeitigen Herausforderungen durch die Corona-Krise Neuland: "Das verlangt uns allen viel ab. Wir werden aber durchkommen", betont Tascillo. So gesehen war es aus Sicht der Breisgauer Griffkünstler am Ende keine große Überraschung, dass man sich nach sorgfältigen Überlegungen dazu durchgerungen hat, in der nächsten Bundesligasaison, die am 3. Oktober beginnen soll, wieder an den Start zu gehen.

Und doch ist die Teilnahme keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Seit Monaten brodelt in der Ringerszene die Gerüchteküche. "Man hört allerhand Sachen", sagt Tascillo. Die Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie schrecken ab. Noch ist nicht klar, welche der 26 Erstligisten für die kommende Saison melden werden. Fest steht aber, dass der Verband eine Absage sportlich nicht werten wird: Jedem Team steht es also frei, auf die kommende Saison zu verzichten, ohne irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen – sei es ein Abstieg oder eine Geldstrafe.

Wer soll zahlen, wenn eine zweite Welle kommt?
Letztlich war das einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, warum sich Bundesligist TuS Adelhausen entschieden hat, mit dem Verein auf die komplette kommende Runde zu verzichten. "Die Fragezeichen sind einfach zu groß", erklärt Vorstand Timo Zimmermann-Ganter. Die offenen Fragen gehen in zahlreiche Richtungen: Wer trägt die Haftung, wenn sich bei einem Heimspiel Zuschauer infizieren und die Heimspielstätte der Griffkünstler auf dem Dinkelberg zum Superspreader-Event wird? Wie viele Zuschauer dürfen überhaupt in die Arena? Wie entwickelt sich die Unterstützung der gebeutelten Sponsoren? Und schließlich: Wie gestaltet man Profiverträge und wer muss zahlen, wenn die Saison aufgrund einer zweiten Welle abgebrochen wird?

"Aus all diesen Gründen hat der Vorstand einstimmig entschieden, nicht an der Saison teilzunehmen", sagt Ganter-Zimmermann. Die Absage trifft die Liga. Im TuS Adelhausen pausiert eines der erfolgreichsten Teams der vergangenen beiden Runden. In Freiburg beobachtet man all das sehr aufmerksam. Denn sollten noch weitere Teams zurückziehen, verändert das die Struktur der Liga. Im Moment starten die 26 Teams in der dreigleisigen Liga. Nun denkt man laut darüber nach, kommende Saison in einem ein- oder zweigleisigen System zu agieren. Was für Freiburg nachhaltige Folgen hätte: längere Fahrten und mehr Kampftage.

Doch Tascillo sieht seinen Verein gut aufgestellt. Die Corona-Pandemie hat den Verein in einer Hochphase erwischt. Denn seit einigen Jahren befindet sich der Ringerclub, der 1999 aus dem Zusammenschluss des SV Haslach und der AV Germania Freiburg-St. Georgen hervorging, im Aufwind.

Seit die erste Bundesliga vor drei Jahren in einen dreigleisigen Wettbewerb umgewandelt wurde, haben sich die Freiburger dort Jahr für Jahr verbessert. Und das trotz geringem Etat. Tascillo: "Mit unseren 60 000 bis 70 000 Euro sind wir da ganz unten." In der vergangenen Saison zog die RKG erstmals seit elf Jahren in die Playoffs ein.

Gegenüber einem Gros der Konkurrenz hat Tascillos Team einen entscheidenden Vorteil. Das komplette Team, auch die Ausländer, leben und trainieren in Freiburg. Und auch bei den Neuzugängen Leon Gerstenberger, Mirko Rodemich sowie wohl Nick Matuhin (bisher Adelhausen) ist das der Fall. In einer Liga der Pendler aber ist das eine Seltenheit. Das Gros der anderen Teams fliegt ausländischen Profis nur zu den Wettkampftagen ein. Die lokale Freiburger Verwurzelung ist nun ein Vorteil. "Dadurch haben wir keine größeren Kosten und könnten auch eventuelle Verschiebungen aufgrund der Pandemie abfangen", sagt Tascillo. Das Modell RKG könnte in der Krise zum Trumpf werden.

 

 Quelle: Badische Zeitung

 

20.07.2020

Ion Vasilachi Foto: Patrick Seeger (Badische Zeitung)

Die RKG Freiburg will in der verkürzten Bundesliga-Runde dabei sein

 

Im Gegensatz zum TuS Adelhausen entschließt sich die RKG Freiburg, an der wegen der Corona-Krise verkürzten Bundesliga-Runde 2020 teilzunehmen. Auch in einigen anderen Ligen wird gerungen.

 

FREIBURG. Die Erstliga-Ringer der RKG Freiburg wollen an der Mannschaftssaison 2020 teilnehmen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Vereins unter den aktiven Sportlern. Der Vorstand des Playoff-Teilnehmers der vorigen Saison erhörte das Votum seiner Kämpfer und stimmte ebenfalls fürs Mitmachen. Aufgrund der Corona-Krise wurde der Start der Saison bereits von September auf den 3. Oktober verlegt, auch in den Klassen unterhalb der Bundesliga, in denen aber nicht überall gerungen wird.

Bundesliga
Im Gegensatz zum TuS Adelhausen sind die beiden anderen südbadischen Erstligisten, die RKG Freiburg und der ASV Urloffen, auch in diesem Jahr dabei, wenn es um Mannschaftspunkte geht – vorausgesetzt, die Corona-Krise kehrt nicht mit Wucht zurück. "Wir haben mit unseren Athleten gesprochen. Und sie waren einstimmig dafür zu ringen, wenn es möglich ist", sagt Luigi Tascillo, der das RKG-Team zusammen mit Ion Vasilachi trainiert.

Das verwundert nicht. "Die Athleten wollen nicht nur trainieren, sie möchten sich auch im Wettkampf messen", so Tascillo. Zum anderen möchten die Sportler die eine oder andere Prämie einstreichen, auch wenn die in dieser Saison geringer ausfallen dürften als zuletzt. Sollte die Corona-Entwicklung überhaupt Wettkämpfe zulassen in dieser Vollkontakt-Sportart, die bekanntlich in der Halle ausgetragen wird, dann werden es wohl weniger sein als 2019. Noch bis Ende Juli haben die 26 Erstligisten Zeit, ehe sie sich endgültig erklären müssen. Sollten Teams – wie Adelhausen – wegen der Pandemie aussetzen, drohen ihnen keine Konsequenzen, also kein Abstieg. Je nachdem, wie viele der 26 Klubs mitmachen, entscheiden dann der Deutsche Ringer-Bund und die Bundesligisten, ob – wie bisher – in drei Staffeln oder in zwei gekämpft wird. Auch über einen Turniermodus wird nachgedacht. Wie in allen anderen Ringer-Ligen müssen die Bundesligisten die gültigen Hygieneregeln einhalten. Schwierig wird es, wenn in kleinen Hallen gerungen wird – zum Beispiel in der Festhalle St. Georgen. Zwar dürfen nach jetzigem Stand Zuschauerblöcke von maximal 20 Personen eng nebeneinanderstehen, aber dann muss eine Abstandslücke entstehen. "Einfach wird es nicht, alle Regeln zu befolgen", so Tascillo.

Regionalliga
Eine nicht ganz unbedeutende Liga hat die Runde fürs laufende Jahr indes schon längst abgesagt: Mit 6:4 Stimmen entschied sich die aus Vereinen Südbadens (5), Nordbadens (3) und Württembergs (2) zusammengesetzte Regionalliga Baden-Württemberg, also die derzeit zweithöchste Klasse, im Jahr 2020 nicht zu ringen. Die drei nordbadischen Mannschaften (Ladenburg, Nieder-Liebersbach, Schriesheim) sowie drei der fünf Südbaden-Vertreter (Weitenau-Wieslet, Hausen-Zell und Aufsteiger Gottmadingen) sprachen sich gegen eine Saison im Corona-Jahr aus. Die Abstimmung per Videokonferenz fand bereits im Juni statt und damit einen Tag vor den ersten Lockerungsmaßnahmen der Landesregierung. Doch der Beschluss, also die Absage, steht – und wird nun nicht noch mal neu erörtert.

Oberliga
Die Chancen, dass in der höchsten rein südbadischen Klasse gerungen wird, stehen gut. Denn der Südbadische Ringer-Verband (SBRV) hat vergangene Woche für alle seine Ligen beschlossen, in die Saison zu starten, wenn mindestens die Hälfte der vorgesehenen Mannschaften mitmachen, in der Regel also mindestens fünf Teams pro Liga. In der Oberliga gibt’s schon mal zwei Zugänge von oben: Die Regionalligisten KSV Hofstetten und KSV Tennenbronn wollen kämpfen und werden als Gastmannschaften in der Oberliga auf die Matte gehen. Definitiv nicht dabei sind die beiden Oberrhein-Mannschaften TuS Adelhausen II und KSV Rheinfelden. Der KSV Appenweier und das elsässische Team Olympia Schiltigheim II haben erklärt, an der Runde teilnehmen zu wollen. Die anderen Vereine wägen noch die Vor- und Nachteile ab. "Wir können aufgrund von derzeit noch offenen Fragen beim Hygienekonzept und Auflagen der Gemeinde erst kurz vor Fristablauf am 31. Juli eine Entscheidung für unseren Klub bekannt geben", erklärt Helmut Emler, der Vorsitzende des Oberliga-Aufsteigers AC Gutach-Bleibach. Ebenso wie der Nachbar-Verein will die RG Waldkich-Kollnau verfahren. Das sagt ihr Vorsitzender August Weber.

Verbandsliga
Auch in dieser Klasse kann die veränderte Saison stattfinden. Neben der RG Lahr, die unbedingt ringen will, um ihren Athleten eine Perspektive zu bieten, haben vier weitere Teams zugesagt: Eschbach, Taisersdorf, Tennenbronn II und Urloffen II. Abgewunken haben die Bodenseeklubs aus Wollmatingen und Allensbach sowie der SV Gresgen. Offen ist noch, was der ASV Vörstetten und der SV Triberg machen. Laut ASV-Geschäftsführer Jürgen Graf entscheidet Vörstettens Vorstand am Freitag.

Landesliga
Fünf Absagen hat der SBRV in der Landesliga schon zur Kenntnis nehmen müssen: Neben dem ASV Altenheim handelt es sich um die Reserveteams von Gottmadingen, Hausen-Zell und Weitenau-Wieslet sowie den VfK Radolfzell. Mitmachen wollen der KSV Hofstetten II, die RKG Freiburg II und Lutte Selestat. Die Elsässer aus Gries haben sich noch nicht positioniert. Der ASV 1885 Freiburg wird nach Angaben des Vorsitzenden Michael Wachter an diesem Mittwoch bei einer Vorstandssitzung eine Entscheidung treffen. Stand Dienstag war damit noch nicht sicher, ob die vom Verband angesetzte Mindestzahl von fünf Teilnehmern in der Landesliga erreicht wird.

 

Quelle: Badische Zeitung

 

15.07.2020