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Oktober 2020                                                                                            

Foto: Achim Keller

Kurzes Federlesen, Favorit dominiert


Der deutsche Vizemeister KSV Köllerbach bezwingt die Erstliga-Ringer der RKG Freiburg bei deren Heim-Saisonpremiere klar mit 25:4

 

Nicht den Hauch einer Chance hatten die Erstliga-Ringer der RKG Freiburg bei ihrer Heimpremiere gegen den deutschen Vizemeister KSV Köllerbach. Die Staffel der beiden Trainer Luigi Tascillo und Ion Vasilachi musste in der Staudingerhalle den saarländischen Gästen beim 5:24 klar den Vortritt lassen.

 

Gegenüber der Vorwoche beim 19:8-Auswärtssieg in Reilingen musste Tascillo sein Team auf zwei Positionen umbauen. Für Lars Schäfle, der unter der Woche an einem kräftezehrenden Lehrgang teilnahm, kam Stefan Cantir zum Einsatz, und anstelle von Co-Trainer Ion Vasilachi, den es am Knie zwickte, durfte Kevin Spiegel in der 80-Kilo-Klasse ran. Vor rund 200 Besuchern in der Staudingerhalle, die coronakonform die Kämpfe verfolgten, musste der RKG-Coach seine Hoffnungen recht schnell ad acta legen. Denn die Gäste traten mit voller Kapelle an – und unterstützt von einer lautstarken Trommler-Combo ließen sie gleich zu Beginn erkennen, dass die nicht gewillt waren, den Breisgauern die Hoheit auf der Matte zu überlassen.

 

Das am Ende ungleiche Duell begann mit der 80-Kilo-Klasse, damit KSV-Athlet Miroslav Kirov noch rechtzeitig seinen Flieger in seine Heimat erwischte. Er hatte es auch auf der Matte eilig und landete vorzeitig einen technischen Überlegenheitssieg gegen Kevin Spiegel. Auch danach mussten die tapfer kämpfenden RKG-Ringer neidlos die Überlegenheit der Saarländer anerkennen. Mihail Lapp strandete bereits nach 2:41 Minuten am EM-Dritten Horst Lehr, und auch Maximilian Remensperger musste im Schwergewicht vorzeitig unter die Dusche. Gegen den Olympia-Zweiten Heiki Nabi unterlag er schon in der ersten Runde technisch überhöht. Und weiter ging die wilde Hatz der Saarländer. Nuram Bayram landete einen 7:0-Punktsieg gegen RKG-Athlet Mirco Rodemich, und im letzten Duell vor der 20-minütigen Schorlepause rundete Piotr Ianulov gegen Schäfle-Ersatz Stefan Cantir mit einem 8:0-Punktsieg die gute Serie der Gäste ab. Das Halbzeitergebnis von 17:0 Mannschaftspunkten dokumentierte die Dominanz des deutschen Vizemeisters.

 

Danach kamen die Hausherren besser in Tritt. Maxim Sacultan verpasste bei der knappen 4:6-Punktniederlage gegen Valtenin Seimetz die ersten Punkte für die RKG nach einer zwischenzeitlichen 4:2-Führung, ehe dann Mihail Bradu zum ersten Mal für Jubel im RKG-Lager sorgte. Sein verdienter 9:1-Punktsieg sorgte für die ersten drei Punkte für die Freiburger auf der Anzeigetafel. Doch der KSV hatte noch nicht genug. Etienne Kinsinger kam zu einem 8:0-Punktsieg über Andrej Janzen, und im vorletzten Kampf setzte sich der ehemalige WM-Dritte Mihail Sava mit einer Serie von Beinschrauben gegen den Freiburger Neuzugang Leon Gerstenberger vorzeitig durch. Der Schlussakt gehörte dann den Gastgebern. Marc Fischer kam dank seiner Durchdreher zu einem hart umkämpften 7:5-Punktsieg über Marc-Antonio von Tugginer.

 

"Ich habe mit sieben Punkten gerechnet, jetzt sind es nur fünf geworden, aber damit können und müssen wir leben gegen eine solche Überfliegermannschaft. In Sachen Kondition können wir durchaus mithalten", sagte der keineswegs enttäuschte RKG-Coach Tascillo und ergänzte: Wir konzentrieren uns auf Rang zwei, man muss ja nicht gegen alle Teams gewinnen."

 

 

Aus: BZ-Plus, Thomas Fehrenbach, 11.10.2020

 

13.10.2020

Für die RKG Freiburg geht es im ersten Heimkampf gegen den Staffelfavoriten

 

Durch das Coronavirus müssen sich auch Freiburgs Bundesliga-Ringer mit viel Neuem beschäftigen, und Köllerbach ist erster Gast in der größeren Staudingerhalle

 

Zum ersten Heimkampf der wegen des Coronavirus vermaledeiten Saison 2020/21 treten die Ringer der RKG Freiburg am Sonntag an. Der Gegner um 16 Uhr in der Staudingerhalle ist der Favorit in der Gruppe Südwest der dreigeteilten Bundesliga: der KSV Köllerbach. Viel wird wegen der Pandemie neu sein – und niemand kann heute verlässlich sagen, ob ein Meister ermittelt oder die Saison abgebrochen wird.

 

Die Situation

Bis auf die Bundesliga ist die Ringer-Mannschaftssaison komplett abgesagt worden. Rien ne va plus – nichts geht mehr. Das ist nicht verwunderlich, handelt es sich doch um einen in Hallen betriebenen Kampfsport, zu dem der Körperkontakt so dazugehört wie die Luft zum Atmen. Und genau darin liegen die Probleme. Beim Ringen können sich die Sportler nicht aus dem Weg gehen und in Sporthallen sammelt sich im wahrsten Sinne des Wortes die schlechte Luft.

 

Die Dimension

War bisher für manchen Athleten die Waage der größte Gegner und 50 Gramm halt 50 Gramm zu viel beim sogenannten Abwiegen, so sieht es in diesem Jahr ganz anders aus: Der größte Gegner ist jetzt das Coronavirus, so mickrig klein und schmächtig, aber doch so mächtig. Es ist 75 Nanometer klein – und damit hundert mal kleiner als ein rotes Blutkörperchen. Ein Nanometer ist übrigens der millionste Teil eines Millimeters. Und was wiegt dieser unsichtbare Gegner? Etwa zehn Femtogramm, das entspricht einem Billionstel eines Reiskorns. Die Bedeutung von ein paar Reiskörnern können wiederum viele Ringer durch das oft praktizierte Gewichtreduzieren bemessen.

 

Halle und Tickets

Wegen der Corona-Pandemie musste auch die RKG Freiburg reagieren. In der beengten Festhalle in St. Georgen, in den vergangenen Jahren Austragungsort der Heimkämpfe, hätte bei Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern nur eine zweistellige Zuschauerzahl gepasst. Also weichen die Ringer in die wesentlich geräumigere Staudingerhalle aus. 220 Tickets kann der Verein nun über Vorbestellungen verkaufen. Der Kampf gegen Köllerbach, so meldete die RKG am Mittwoch, sei bereits ausverkauft. Nur die vorbestellten Karten, die am Sonntag nicht bis 15.15 Uhr abgeholt werden, gehen dann an der Tageskasse in den freien Verkauf. Angeboten werden nur registrierte Sitzplätze, Stehplätze gibt’s nicht. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes während der Kämpfe ist nicht erforderlich. Auf den notwendigen Wegen (Theken-, Toilettengang) besteht in der Halle dagegen Maskenpflicht.

 

Historische Pointe

Im Ringen sind bekanntlich die Zuschauerzahlen nicht mit dem Fußball vergleichbar – und die RKG Freiburg hat auch gewiss nicht das Renommee eines Champions-League-Siegers: Dennoch können die Breisgauer mit etwas Sporthistorischem aufwarten wegen der Corona-Pandemie: "Erstmals werden wir im ersten Saison-Heimkampf mehr Zuschauer haben als der große FC Bayern München hatte", witzelte man bei der RKG in einer E-Mail. Selbstironisch fügen sie hinzu: "Auch wenn wir – im Gegensatz zu Bayern beim 8:0 gegen Schalke – den KSV Köllerbach wohl kaum deklassieren werden."

 

Voll des Lobes:

Dass das Trainerduo Luigi Tascillo/ Ion Vasilachi die Mannschaft allen Schwierigkeiten zum Trotz gut auf die Runde vorbereitet hat, wurde am vergangenen Samstag beim 19:8-Auswärtssieg gegen Reilingen/Hockenheim deutlich. Die Aktiven und Funktionäre sind voll des Lobes – vor allem Freistiltrainer Vasilachi wird wegen seiner sehr abwechslungsreichen Übungseinheiten über den grünen Klee gelobt. Vasilachi, der sowohl Trainer als auch Aktiver ist, sagt: "Ich finde es toll zu sehen, wie unsere jungen Sportler sich verbessern und wie sie bei der Sache sind. Speziell für sie tat es mir leid, dass die Einzelmeisterschaften abgesagt wurden wegen Corona." Um so mehr würden sie sich jetzt freuen, wieder im Wettkampf sich mit anderen Athleten messen zu können

 

Quelle: Badische-Zeitung                                                                                                                                                                             10.10.2020

Endlich wieder Ringen

 

Überlegener 19:8 Auswärtssieg

 

Vorab ein dickes Lob an unser Trainergespann Ion Vasilachi und Lulu Tascillo. Unsere Jungs waren top vorbereitet und lieferten ausgezeichnete Ringkampfkost ab. Bei den Fans war der Wettkampfhunger, nach der Lock-down bedingten Fastenzeit, enorm. So gab es an der Abendkasse keine Tickets mehr. Die großräumige Fritz-Mannherz-Halle war mit 400 coronakonformen Sitzplätzen bereits im Voraus ausverkauft.

 

RKG Reilingen/Hockenheim – RKG Freiburg 2000 8:19

 

Gewichtsklasse bis 57 kg (Freistil): Chancenlos war Hockenheims Bantamgewichtler gegen Mihail Lapp. Dieser präsentierte sich in bester Verfassung und wirbelte Daniel Layer innerhalb von eineinhalb Minuten von der Matte. (0:4 Mannschaftspunkte)

 

Gewichtsklasse bis 130 kg (Greco): Solider Rundeneinstand von Maxi Remensperger. Gegen den 115 Kilo Iraner Ashgar Laghari kämpfte Maxi clever und unterlag mit 5:1 weit knapper als erwartet. (2:0)

 

Gewichtsklasse bis 61kg (Greco): Mit dem Rumänen Virgil Munteanu bekam Mirco Rodemich, bei seinem Bundesligadebüt, einen ehemaligen Olympiateilnehmer vorgesetzt. Ließ sich Mirco in der 1. Runde noch mit zwei Armzügen überraschen, konnte er die 2. Runde offen gestalten. Die 9:0 Punktniederlage darf daher als achtbares Ergebnis für den jungen Nachwuchsringer gewertet werden. (3:0)

 

Gewichtsklasse bis 98kg (Fr.): Lars Schäfle, vom harten Trainingslehrgang in der Schweiz noch sichtbar angefressen, lieferte trotzdem einen souveränen Kampf ab. Zwei Angriffe an den Knöchel reichten ihm für einen ungefährdeten 4:0 Punktsieg gegen Joshua Morodion. (0:2)

 

Gewichtslasse bis 66 kg (Fr.): Nicht mehr als eine knapp 3-minütige Trainingseinheit war für unseren Top-Ringer Maxim Sacultan die Begegnung mit Reilingens Tamirlan Bicekuev. (0:4)

 

Gewichtsklasse bis 86 kg (Gr.): Eine Minute weniger benötigte Mihail Bradu für seinen technischen Überlegenheitssieg gegen Evgenij Titovski. (3:0)

 

Gewichtslasse bis 71 kg (Gr.): Die kämpferisch wohl stärkste Begegnung des Abends, aus Freiburger Sicht, zeigte Andrej Janzen gegen den Hockenheimer Robin Laier. Mit einem Kraftakt am Boden (Ausheber) entschied Andrej den Kampf mit 4:2 zu seinen Gunsten. (0:1)

 

Gewichtslasse bis 80 kg (Fr.): Ringertrainer Ion Vasilachi reihte sich, in einem aktionsreichen Kampf, nahtlos in die moldawische Siegesserie ein. 24 Wertungspunkte innerhalb von zwei Minuten sieht man auch nicht alle Tage. (0:4)

 

Gewichtslasse bis 75 kg A (Fr.): Die lange Verletzungspause merkte man Kevin Spiegel in der 1 Runde noch deutlich an. Nachdem Robin Keck aber nur durch den Pausengong vor einer Schulterniederlage gerettet wurde, drehte Kevin in der 2. Runde auf und musste sich am Ende nur knapp mit 8:6 geschlagen geben. (1:0)

 

Gewichtslasse bis 75 kg B (Gr.): Es ging nicht viel beim Kampf zwischen Marc Fischer und dem Reilinger Fabian Fritz. Da Marc aber bei den Passivitätsverwarnungen alles andere als bevorteilt wurde, hatte er am Ende in der Höhe unverdient mit 4:0 das Nachsehen. (2:0)

 

 

Resümee: Unsere RKG Ringer präsentierten sich in topfitter Form ohne Schwachpunkt in der Mannschaft. Vor allem die moldawische Achse mit Lapp, Sacultan, Bradu und Vasilachi räumte gegen Reilingen/Hockenheim eindrucksvoll ab.

 

04.10.2020