2025_11_08_RKG_Freiburg_1._Bundesliga_vs_SV_Kleinostheim_Corneliu_Rusu_Sponsor_Hirsch_Bier_Wurmlingen
Jubel Urschrei - den amtierenden 3. Europameister besiegt - Corneliu Rusu / Foto: Nadja Amann

08.11.2025 Der Favorit überzeugt- aber nicht auf ganzer Linie

Wie erwartet kam Tabellenführer SC Kleinostheim mit seinem kompletten Star-Aufgebot nach Freiburg – entsprechend klar fiel die Niederlage der RKG Freiburg 2000 mit 10:21 aus. Hochklassige Duelle, bei denen die jeweiligen Fanblöcke ordentlich für Stimmung sorgten und immerhin vier Siege der Breisgauer, machten den Abend dennoch zu einem attraktiven Ringkampfevent in der Staudi-Arena.

Im ungeliebten griechisch-römischen Stil legte Mihail Lapp mit einer Viererwertung furios los. Die Hoffnungen der RKG-Fans waren jedoch nur von kurzer Dauer: Mit einer Durchdreher-Serie am Boden beendete der amtierende EM-Bronzemedaillengewinner (U17) Ivan Seibel den Kampf vorzeitig.

Nicht besser erging es Lukas Schöffler (130 kg/Fr), der sich dankenswerterweise als Ersatzmann für Oleksandr Koldovskyi zur Verfügung stellte, gegen Tamerlan Rasuev – siehe „Info Schwergewicht“ am Ende des Berichts.

Vladislaw Harcenko

  • ein engagiertes Bundesligadebüt gab Nachwuchstalent Vladislaw Harcenko im Limit bis 66 Kilo Freistil, auch wenn er sich am Ende klar gegen den dritten Deutschen Meister der Männer, Eliah Lucyga, geschlagen geben musste. „Vladi“ vertrat Dario Fischietti, der auf einem internationalen Turnier im Einsatz war.

Johnny Bur

  • harte Kost auch für Johnny Bur, der ins Halbschwergewicht (98 kg) aufrückte. Gegen den rund zehn Kilo schwereren amtierenden U20-Europa- und WM-Dritten Darius Kiefer gab er bei seiner 1:7-Niederlage jedoch nur zwei Mannschaftspunkte ab. Da hatte sich der Südbadener, dessen Vater Sven Kiefer als SBRV-Landestrainer Greco aktiv ist und einst auch schon das RKG-Trikot (im Freistil) überstreifte, sicherlich etwas mehr erwartet.

Corneliu Rusu

  • Sensationell der Auftritt von Corneliu Rusu (71 kg/Gr) gegen den amtierenden dritten Europameister Arslanbek Salimov. Am Boden ging auf beiden Seiten nichts – im Stand war der RKG-Moldawier jedoch der Cleverere und punktete den Polen mit 4:0 aus – da wurde es dann doch sehr still beim „Warrior-Fanblock“.

Lars Schäfle

  • Im von den Ringkampf-Fans heiß erwarteten Duell der beiden Deutschen Meister Lars Schäfle (92 kg) und Joshua Morodion (86 kg) lieferte das Freiburger Aushängeschild eine Galavorstellung ab. Schäfle ließ keine einzige technische Griffaktion des Dauerrivalen zu, punktete jedoch selbst mit mehreren Angriffs- und Konteraktionen – der 6:3-Punktsieg war mehr als verdient.

In den abschließenden vier Kämpfen teilten sich beide Teams die Siege:

Leon Gerstenberger

  • Leon Gerstenberger (75 kg/Fr) verteidigte stark gegen den international für Mazedonien ringenden Rasul Shapiev. Der gebürtige Tschetschene kam über einen 8:0-Punktsieg nicht hinaus.

Seyfullah Kaya

bringt hier den Favoriten am Mattenrand in Bedrängnis

  • Nachwuchsmann Seyfullah Kaya (80 kg/Gr) stand erneut einem internationalen Topstar gegenüber. Gegen den amtierenden U23-Weltmeister Alexandrin Gutu (MDA) gab es erwartungsgemäß nichts zu erben.

Jubeln konnten die RKG-Fans in den letzten beiden Begegnungen:

Valentin Petic

  • Mit einer überzeugenden Leistung siegte Valentin Petic (75 kg/Gr) mit 7:2 Punkten gegen Artur Tatarinov.

Kevin Henkel

  • Klar dominierend auch in der letzten Begegnung des Abends Kevin Henkel (80kg/Fr) gegen Christoph Henn. Nach zahlreichen sehenswerten Aktionen war nach knapp fünf Minuten Schluss – technisch überlegener Punktsieger Henkel.

Bereits nächsten Samstag (15.11.) empfängt die RKG zu Hause ein weiteres Schwergewicht in der Staudi-Arena – den letztjährigen Deutschen Mannschaftsmeister SV Wacker Burghausen.

1. Bundesliga:

Samstag, 15.11.2025

RKG Freiburg 2000 vs SV Wacker Burghausen

Kampfbeginn: 19.30 Uhr

Vorkampf

Samstag, 15.11.2025

2. Mannschaft vs KSV Haslach i.K.

Kampfbeginn: 18.00 Uhr

Info Schwergewicht:

„Dass der Ukraine Krieg sich bis zur Aufstellung der RKG auswirkt, ist ein Worst-Case-Szenario der deprimierenden Art. Unser Schwergewichtler Oleksandr Koldovskyi ist Soldat und wurde als Spitzensportler die letzten Jahre problemlos für Ringkämpfe freigestellt. Die personelle Lage bei der ukrainischen Armee ist in Teilen aber mittlerweile offenbar so prekär, dass momentan bei Oleksandr nichts geht. Im Gegenteil, er muss befürchten, dass seine Einheit kurzfristig an die Front abkommandiert wird. Im Vergleich dazu sind die daraus resultierenden Aufstellungsprobleme von uns nicht der Rede wert“, so Vorstand Hartmut Leiber. „Wir hoffen, dass Oleksandr heil aus der ganzen Nummer rauskommt.“