13 Kämpfe, 13 Niederlagen – vor dem letzten Kampf der Saison liest sich die Bilanz der Erstliga-Ringer der RKG Freiburg bescheiden. Grämen tut sich aber kaum jemand. Wie geht es mit der Liga weiter?
Ion Vasilachi ist ein positiv denkender Mensch. Und mit seiner ansteckenden Art passt er in die Vorweihnachtszeit. Dass seine Erstliga-Ringer von der RKG Freiburg nach dem Aufstieg in die erste Bundesliga in dieser Runde bisher keinen Sieg eingefahren haben, schmerzt ihn.
Aber Vasilachi ist ein Trainer, der stets das große Ganze sieht. „Leider konnten wir keinen Kampfabend für uns entscheiden“, sagt er am späten Dienstagnachmittag. Und gesteht: „Natürlich war das enttäuschend, denn ich habe mir sehr gewünscht, mindestens einen Sieg gemeinsam zu feiern.“
Vasilachi lässt überbordende Trauer aber nicht zu: „Trotzdem bin ich sehr stolz auf unsere Mannschaft. Unsere Sportler haben mit Herz, Mut und Kampfgeist gerungen. Sie haben sich gegenseitig unterstützt, motiviert und niemals aufgegeben. Jeder Einzelne hat alles gegeben – für sich selbst und für das Team.“ Schöner kann eine Liebeserklärung in der Adventszeit, so kurz vorm Fest der Liebe, kaum ausfallen.
Der Trainer sieht die Fortschritte
Deshalb sieht der Freistiltrainer auch die positiven Aspekte des Abenteuers. „Viele Athleten haben in dieser Saison große Schritte nach vorne gemacht. Einige haben den Stil gewechselt, andere sind in eine neue Gewichtsklasse aufgestiegen. Diese Entwicklung zeigt, wie viel Fleiß, Einsatz und Wille in unserer Mannschaft steckt.“
Dass sein Team neun Punkte Abstand zum Tabellenvorletzten Mainz hat – vergessen. Was zählt: „Wir sind als Team enger zusammengerückt. Wir stehen füreinander ein, wir lernen aus Niederlagen und wir bleiben zusammen. Das macht uns stärker als jeder Tabellenplatz. Darauf bin ich stolz.“
Und auch abseits dieser pathetischen Worte: Es gibt Argumente, warum man das Erstliga-Abenteuer der RKG positiv bewerten kann. Trotz des letzten Tabellenrangs. Zum Aufstieg war der Verein ohnehin ein wenig wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Denn eigentlichen waren die Freiburger in der abgelaufenen Runde im Unterhaus nur Zweiter geworden. Doch da der Deutsche Ringer-Bund (DRB) dann beschloss, die erste Bundesliga für 2025 eingleisig zu machen (bisher zweigleisig). Der AC Heusweiler, Meister der zweiten Liga West, verzichtete auf den Aufstieg. Dadurch fragte der DRB die RKG. Und die ergriff die Chance am Schopf.
Wieder eine Liga-Reform
Auch weil der Aufstieg für den Verein kein großes Risiko barg. Für das Oberhaus floss mehr Geld von der Stadt. Und für die Spitzenringer der Schwarzwaldstraßen-Griffkünstler war es an der Zeit, in der höchsten deutschen Kampfklasse zu starten. Der vierfache deutsche Meister Lars Schäfle und der moldauische Olympia-Starter Valentin Petic gehören in die Beletage. Und das haben auch die Zuschauer honoriert. Bis zu 350 Zuschauer kamen zu den Heimkämpfen der RKG in die Staudingerhalle.
Als einer der finanzschwächeren Erstliga-Vereine leiden die Freiburger Griffkünstler stark unter der Unbeständigkeit der Ringer-Liga, die relativ hektisch vergangene Saison für eine Runde zur eingleisigen Liga erklärt worden war. Und nun noch nach dem Format fürs kommende Jahr sucht – wieder einmal.
Nach den bisherigen Plänen soll die erste Bundesliga (diese Saison acht Vereine) auf 24 Teams in drei Gruppen aufgestockt werden, dafür aber die zweite Liga (bisher 15 Teams in zwei Gruppen) wegfallen, so dass die Regionalliga die zweithöchste Klasse wird.
Nach Informationen der Badischen Zeitung haben aber bereits drei Vereine der ersten Liga eine Absage erteilt, einige weitere schwanken noch. Mancherorts wird geunkt, dass es nun doch wieder zu einer zweigleisigen ersten Liga kommen soll.
Wie auch immer das Oberhaus nun kommendes Jahr aussieht, feststeht, dass die RKG dabei ist: Das punktlose Schlusslicht wird in der reformierten Liga antreten. An der Schwarzwaldstraße wollen sie dann die Erfahrung aus diesem Jahr in eine erfolgreichere Runde ummünzen. Mit einem derart positiven Trainer wie Ion Vasilachi an ihrer Seite, ist davon auszugehen, dass ihnen das gelingen könnte.
Aus Badische Zeitung – online: Jacob Schönhagen, Sport, 20.12.2025
Mihail Lapp
vs
Dominik Sigle
ASV Schorndorf vs RKG Freiburg 2000
Mischa (blaues Trikot) Schultersieg
61 Kilo / Greco
Valentin Petic
vs
Ruslan Kudrynets
ASV Schorndorf vs RKG Freiburg 2000
Valentin (blaues Trikot) PS 12:0
80 Kilo / Greco
Lars Schäfle
vs
Kiril Kildau
ASV Schorndorf vs RKG Freiburg 2000
Lars (blaues Trikot) PS 8:0
86 Kilo / Freistil