Deutschlands erfolgreichster Ringer, zweifacher Weltmeister und Olympiamedaillengewinner ist im Alter von 81 Jahren verstorben.
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Adolf Seger, Deutschlands erfolgreichstem Ringer und einer der größten Persönlichkeiten, die der Ringkampfsport je hervorgebracht hat. Mit seinem Tod verliert Freiburg, der deutsche Ringsport und die gesamte Sportfamilie einen außergewöhnlichen Athleten, einen treuen Vereinskameraden und vor allem einen großartigen Menschen.
Adolf Seger war weit mehr als ein Weltklasse-Sportler. Er war das Ringeridol Deutschlands – ein Synonym für Leistungsbereitschaft, Disziplin, Bescheidenheit und Fairness. Über Jahrzehnte prägte er den Ringkampfsport wie kaum ein anderer und wurde zum Vorbild für Generationen von Sportlerinnen und Sportlern.
Seine sportliche Laufbahn begann dort, wo seine Wurzeln lagen – beim AV Germania Freiburg-St. Georgen. Hier erlernte Adolf Seger, insbesondere durch seinen älteren Bruder Edmund, das Ringen. Dem Verein blieb er sein gesamtes Leben in außergewöhnlicher Treue verbunden. Diese Verbundenheit war Ausdruck seines Charakters: Bodenständigkeit, Loyalität und Dankbarkeit waren für ihn keine leeren Worte, sondern gelebte Werte.
Seine sportlichen Erfolge sind bis heute einzigartig. Adolf Seger war Deutschlands erfolgreichster Ringer, zweifacher Weltmeister, dreifacher Europameister, Olympiadritter 1972 in München und 1976 in Montreal sowie beeindruckender zehnfacher Veteranen-Weltmeister. Mit seiner außergewöhnlichen Karriere schrieb er deutsche Sportgeschichte und machte Freiburg weit über die Landesgrenzen hinaus zu einer Hochburg des Ringens.
Doch Medaillen und Titel erzählen nur einen Teil seines Lebenswerks. Adolf Seger beeindruckte nicht nur durch seine körperliche Stärke, sondern vor allem durch seinen unbeugsamen Willen. Unermüdlicher Ehrgeiz, eiserne Disziplin und der Glaube daran, dass Erfolg nur durch harte Arbeit entsteht, zeichneten ihn aus. Diese Eigenschaften machten ihn zu einem Vorbild, dessen Rat und Erfahrung weit über den Ringkampfsport hinaus geschätzt wurden.
Die Aufnahme in die Hall of Fame des Deutschen Ringer-Bundes im Jahr 2022 war die verdiente Würdigung einer außergewöhnlichen Karriere und eines Lebens für den Sport. Sie war Ausdruck der großen Wertschätzung, die Adolf Seger national und international entgegengebracht wurde.
Doch wer Adolf Seger kannte, wusste, dass seine größte Stärke nicht allein seine sportlichen Leistungen waren. Er stellte seine Bekanntheit immer wieder in den Dienst anderer Menschen. Mit großem persönlichen Engagement unterstützte er über viele Jahre die Kinderkrebshilfe und setzte sich bei zahlreichen Benefizveranstaltungen für schwer kranke Kinder und deren Familien ein. Dieses soziale Engagement verdient ebenso große Anerkennung wie seine Erfolge auf der Ringermatte.
Noch einmal wurde Adolf Seger einem breiten Publikum durch den bundesweit erfolgreichen Dokumentarfilm „Fitness California – Wie man die extra Meile geht“ bekannt. Der Film zeigte ihn so, wie ihn viele kannten: authentisch, humorvoll, bodenständig und voller Lebensfreude. Er wurde damit auch zu einem „Kinohelden“, der eindrucksvoll bewies, dass wahre Größe nicht allein in Medaillen gemessen wird, sondern in Haltung, Menschlichkeit und der Fähigkeit, andere zu inspirieren.
Mit Adolf Seger verliert die RKG Freiburg nicht nur einen der größten Athleten ihrer Geschichte. Wir verlieren einen Freund, einen Ratgeber, einen Botschafter unseres Sports und einen Menschen, der mit seiner Bescheidenheit und Herzlichkeit unzählige Herzen berührt hat.
Sein Name wird untrennbar mit der Geschichte des deutschen Ringens und des AV Germania Freiburg-St. Georgen verbunden bleiben. Seine Erfolge werden unvergessen sein – noch wichtiger aber ist das Vermächtnis, das er hinterlässt: Treue, Fairness, Leidenschaft und die Überzeugung, immer die berühmte „extra Meile“ zu gehen.
Lieber Adolf,
du warst und bleibst unser Ringeridol.
Wir verneigen uns vor deinem Lebenswerk.
Ruhe in Frieden.